Der Offset-Drucker aus Klingnau (AG) wurde dank seiner präzisen Technik und Geschwindigkeit Berufsweltmeister seiner Berufsgattung. Mit dem Sieg hat er einen persönlichen Etappenerfolg erzielt, damit sind seine persönlichen Ziele aber noch nicht erreicht.

Martin Ernst hat sich hohe Ziele gesetzt. Eines davon, nämlich Weltmeister seiner Berufsklasse zu werden, hat er nun erreicht. Beweisen musste er sein Können bei einer Aufgabe, die sagenhafte 22 Stunden dauerte. Diese beinhaltete unter anderem,  schon gedruckte Postkarten an der Schneidemaschine exakt auf Postkartenformat zuzuschneiden, sowie das Arbeiten am Drucksimulator und an der Digitaldruckmaschine. Die grosse Herausforderung bestand darin, ein Poster im Fünffarbendruck mit einer Vierfarbenmaschine zu meistern.

Die Geschwindigkeit hats ausgemacht

Da vor Ort lediglich eine Vierfarbenmaschine zur Verfügung stand, musste die fünfte Farbe in einem zweiten Durchgang exakt nachgemischt und gedruckt werden. Gemäss Martin Ernst war es am Schluss vor allem der Zeitfaktor, der den Gewinn ausmachte: «Der Unterschied zu Druckern aus anderen Nationen ist, dass sie keine duale Berufsausbildung wie wir in der Schweiz geniessen, sondern lediglich in der Schule lernen. Daher fehlt ihnen oft die Arbeitspraxis und somit auch die Fertigkeit und schlussendlich Schnelligkeit». Auch über zwei Monate nach dem Sieg in Calgary kann Martin Ernst kaum glauben, dass er es zum Weltmeister geschafft hat. «Es ist ein unbeschreibliches und überwältigendes Gefühl zum Berufsweltmeister gekürt zu werden!».

Ziele als Perspektive

Um überhaupt so weit zu kommen, hat Martin Ernst viel Zeit investiert. An vielen Wochenenden hat er trainiert, um Farben korrekt zu mischen, hat an Drucksimulatoren geübt und war sogar in einer Trainingswoche bei einem Druckmaschinenhersteller in Heidelberg. Unterstützt hat ihn die Firma, indem sie ihm besonders herausfordernde und heikle Druckaufträge delegiert hat. Geholfen hat ihm aber auch seine bis heute nicht geminderte Freude am Beruf: «Ich mag die Abwechslung mit unterschiedlichen Materialien wie Papier und Farben zu arbeiten.  Das erfordert stets eine neue Vorgehensweise und fordert mich immer auf’s Neue heraus. Ausserdem schätze ich die Zusammenarbeit mit Künstlern und Grafikern, die mit besonderen Anliegen auf mich zukommen».

In seiner Freizeit  ist Martin Ernst sportlich aktiv. Im Sommer gehört Unihockey zu seinen Lieblingsbeschäftigungen während er im Winter am liebsten Ski fährt. Fragt man Martin Ernst nach weiteren Zielen oder Träumen, steht bald eine Weiterbildung an. Er möchte nächstens eine höhere Fachschule absolvieren, um seinem Ziel, einmal selbstständig eine Druckerei zu führen, einen weiteren Schritt näher zu kommen.

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