Die Gemeinde Schwellbrunn im Kanton Appenzell Ausserhoden ist ein beliebtes Ausflugsziel und seit der Berufsweltmeisterschaft in Calgary im Herbst 2009 um eine Attraktion reicher. In der 1’450-Seelen Gemeinde lebt der beste Steinmetz der Welt. 

Mit einem Pfeiler bestehend aus Basis und Kapitell erarbeitete sich Tobias Kupferschmidt in Calgary die Goldmedaille. Dabei stach der Appenzeller nicht nur mit seiner Arbeit aus der Masse der Teilnehmenden heraus. Mit seinen langen blonden Rastalocken fällt der 22-Jährige auf. Fast wäre die Teilnahme an der Berufs-WM an seiner Frisur gescheitert. Der Kompromiss, bei offiziellen Anlässen die Haare zusammenzubinden, sicherte der Schweiz somit eine weitere WM-Goldmedaille.

Die Liebe zum Handwerk

Der Steinmetz-Weltmeister liebt die ursprüngliche und traditionelle Handarbeit und er ist stolz auf seinen Beruf. Bereits als 12-Jähriger entschied sich Tobias Kupferschmidt für seinen Traumberuf, der für ihn vielmehr eine Berufung ist. Handwerker, die keinen Stolz für ihren Beruf zeigen und die wertvolle, aber zum Teil beschwerliche Arbeit lieber von Maschinen erledigen lassen, sind dem 22-Jährigen ein Gräuel. Der Goldmedaillengewinner arbeitet Ornamente oder Gravuren lieber von Hand als beispielsweise mit Fräsmaschinen.

Freude an der Arbeit

Für Tobias Kupferschmidt stand an der Berufsweltmeisterschaft in Kanada nicht der Medaillengewinn im Mittelpunkt. An einen Medaillengewinn habe er nie gedacht, erklärt der Weltmeister. «Ich wollte aber auf jeden Fall eine gute Arbeit bewerkstelligen». Und er wollte insbesondere auch Land und Leute sowie die Konkurrenten kennen lernen. So ist der 22-Jährige nicht nur mit einer Goldmedaille sondern auch mit vielen E-Mail-Adressen nach Hause gereist. Ob ihm seine Medaille nun den beruflichen Erfolg sichert, darüber mag Tobias Kupferschmidt nicht nachdenken. Für ihn zählt die tägliche Leistung.

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