Gleich zwei Goldmedaillen hat Carol Sidler von der Berufsweltmeisterschaft in Calgary nach Hause gebracht. Die 22-Jährige überzeugte die Jury mit ihrem aufwändig gestalteten Hochzeitskleid und sicherte sich so nicht nur den Sieg bei den Bekleidungsgestalterinnen, sondern auch noch die Medaille der «Best of Nation».

Schon als Kind war Carol Sidler von Stoffen und dem Nähen fasziniert. Sie habe als Mädchen alles verarbeiten dürfen, was sie zuhause finden konnte, erzählt die Sempacherin. «Mir wurden damals keine Grenzen gesetzt und so konnte ich meine Kreativität in vollen Zügen ausleben.»

Ein Kunstwerk aus Seide, Tüll und Organza

Über 300 Stunden hat Carol Sidler in die Vorbereitungen auf die Berufsweltmeisterschaft investiert: sie sammelte Ideen, Bilder, entwickelte verschiedene Designs, eignete sich Verarbeitungstricks an und probierte schliesslich ihre Ideen aus. Die meiste Zeit kostete die Herstellung der verschiedenen Prototypen. An der Weltmeisterschaft überzeugte die 22-Jährige die Experten mit einem zweiteiligen Hochzeitskleid. Sie verarbeitete gut 30 Meter Seide, Tüll, Spitze, Organza sowie verschiedene Bänder. Der Stil der verschiedenen Kleider der Mitstreiter/-innen sei sehr verschieden gewesen, erinnert sich Carol Sidler. Die Teilnehmenden aus Asien hätten viel ausgefallenere und üppigere Kleider hergestellt. «Die Europäer arbeiteten viel schlichter, eleganter und auch sicherer».

Karriere im Blick

Die Goldmedaillen an der Berufsweltmeisterschaft bedeuten für Carol Sidler ein Aufstieg in ihrer Berufskarriere und eine gute Referenz für das spätere Berufsleben. Die Sempacherin arbeitet in Lungern im Couture Atelier von Irene Bürgi und bildet sich an der Textilfachschule in Zürich in Schnitttechnik weiter. An ihrem Beruf gefällt der 22-Jährigen vor allem, dass sie einer Kundin einen Wunsch erfüllen und damit eine Freude machen kann. Entspannen kann sich Carol Sidler nach Feierabend bei ihren Pferden. Sie betreut einige Freibergerpferde, mit denen sie auch an Springturnieren teilnimmt.

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